Benin – Ein Land in Westafrika

Benin ist mit seinen 112.680 Quadratkilometern und ca. 6,4 Millionen Einwohnern ein für afrikanische Verhältnisse relativ kleines Land. Das Bevölkerungswachstum beträgt 3 Prozent. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 20 Jahre. Es gibt ca. 60 verschiedene ethnische Gruppen. Die meist gesprochenen Sprachen sind Fon, Mina, Yoruba, Dendi und Bariba. Die Amtssprache ist Französisch aufgrund einer entsprechenden kolonialen Vergangenheit.

beninwappenBenin gehört mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von 380$ zu den ärmsten Ländern der Erde. Bis heute kämpft das Land mit einer niedrigen Alphabetisierungsquote und Lebens-erwartung (55 Jahre). Die Industrie ist schwach entwickelt. Hauptunternehmen sind vor allem im Bereich der Verarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten und Nahrungsmitteln angesiedelt. Palmöl, Bier, Zucker, Textilien, Baumaterialien sind die meist hergestellten Produkte. Das Schulwesen beinhaltet eine 6-jährige (offizielle) Schulpflicht für Kinder im Alter zwischen 6 und 12 Jahren mit der anschließenden Möglichkeit des Besuchs einer Sekundarstufe.

beninschuleDie reale Einschulungsrate beträgt allerdings nur ca. 60 Prozent eines Jahrganges, für die Sekundarstufe sogar nur 16 Prozent. Dementsprechend sind ca. 62 Prozent der erwachsenen Bevölkerung Analphabeten, wobei es sowohl hier wie auch schon beim Schulbesuch deutliche Differenzen zwischen Männern und Frauen bzw. Jungen und Mädchen zum Nachteil der Frauen/Mädchen gibt.

beninfrauenDa die Kinder aus den Handwerker- und Bauernfamilien schon von klein auf ihre Eltern unterstützen müssen, bleibt für Schulbildung meist keine Zeit. Vor allem in den ländlichen Gebieten ist die Bevölkerung stark benachteiligt. Es fehlt an Schulen und Ausrüstungsgegen-ständen, vorhandene Schulgebäude sind teilweise in sehr mangelhaftem Zustand, die Bedingungen für Kinder und Lehrer entsprechend schlecht. Im ganzen Land gibt es nur ca. 15 Berufsschulen. Die Anstrengungen zur Verbesserung dieser Situation seitens der Regierung sind sehr gering bzw. nicht energisch genug, weshalb verschiedene Nichtregierungs-organisationen wie z.B. auch die GRABS hier einen Schwerpunkt ihrer Arbeit gelegt haben.

 

Wegen der besonderen Benachteiligung von Mädchen und jungen Frauen wurde daher bereits 1997 mit dem Bau eines Ausbildungszentrums für Mädchen im Alter von 10-15 Jahren in Abomey begonnen. Abomey ist eine alte Königsstadt, die im Department ‚Zou’ liegt, dem Zentrum Benins, 140 km nördlich von Cotonou, der Hauptstadt des Landes. Sie hat ca. 67000 Einwohner. Die Bevölkerung gehört der Fon-Ethnie an, welche gleichzeitig die mit 40 Prozent am stärksten vertretene Ethnie des Landes ist. Das Leben dort wird vor allem bestimmt durch die Produktion und Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte sowie vom Kleingewerbe.

Da es vor allem Frauen sind, die hier die lokale Wirtschaft vorantreiben, bietet dieses Ausbildungszentrum die Möglichkeit, Grundkenntnisse in verschiedenen Aktivitäten der Einkommens-Schaffung zu erlernen, um nach einer 3-jährigen Ausbildungszeit das Leben selbständiger und unabhängiger zu meistern. Die im Zentrum betreuten Mädchen kommen aus Abomey oder den anliegenden Dörfern im Umkreis von bis zu 15 km.