Projekt: Mädchenausbildungszentrum in Benin/ Westafrika

Schon seit der Gründung von publicata e.V. ist Entwicklungszusammenarbeit ein fester Bestandteil unserer Arbeit. Der Verein ist Mitglied des BER (Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag) und des VENROB (Verbund Entwicklungs-politischer Nicht- Regierungs- Organisationen in Brandenburg). Nicht nur in Form von Beiträgen in unserem monatlich erscheinenden Heft DAMID sondern auch durch Projekte der Wissensvermittlung für ausländische Jugendliche leisten wir unseren Beitrag. Diese Projekte fanden in der Vergangenheit vornehmlich hier in Berlin statt und sollten Jugendliche aus Entwicklungsländern mit neuen Fähigkeiten und Fertigkeiten auf die Rückkehr in ihre Heimatländer vorbereiten, wobei der Schwerpunkt insbesondere auf die Vermittlung handwerklicher Fähigkeiten gelegt wurde. Nun wurde auch ein erstes Projekt in einem Entwicklungsland selbst unterstützt und gefördert, zusammen mit der Partnerorganisation GRABS vor Ort, und zwar ein Ausbildungszentrum für Mädchen in Benin, einem kleinen Land in Westafrika.

Im Einklang mit den Ergebnissen großer internationaler Konferenzen sieht unsere Partnerorganisation GRABS die Ausbildung junger Mädchen und die Stärkung der Rechte der Frau als zentrale Aufgabe an. In einer Studie fand man heraus, dass die Region von Abomey einen besonders hohen Anteil an Mädchen aufweist, die nie eine Schule besucht bzw. sie vorzeitig verlassen haben. So wurde die Idee geboren, hier ein Ausbildungszentrum für Mädchen zwischen 10 und 15 Jahren zu schaffen.

beninnaehmaschineDieses Zentrum wird mit der Unterstützung von in- und ausländischen Partnern sowie der Stadtverwaltung von Abomey seit 1997 aufgebaut. Es gibt vor allem Mädchen aus kinderreichen Familien mit geringem Einkommen die Chance, eine Ausbildung zu absolvieren, um ihr zukünftiges Leben selbständiger und selbstbewusster bestreiten zu können. Sie erhalten hier theoretische und praktische Kurse zu: Alphabetisierung (Einführung in die französische Sprache) – Grundfragen der Haushaltsökonomie – Kochen – Schneidern – Gewerbeorganisation – Gartenarbeit – Familienplanung – Gesundheitserziehung – Kinderpflege – Umwelterziehung. Alle Kurse werden in der Landessprache Fon abgehalten, um diese Sprache als ihre Nationalsprache gut beherrschen und als Geschäftssprache benutzen zu können.

Bis heute existieren auf dem Gelände des Ausbildungszentrums ein Gebäude mit einem Klassenzimmer, einem Direktorenzimmer und einem Laden sowie zwei Rundhäuschen für die praktische Ausbildung. 32 Mädchen befinden sich gegen-wärtig zwischen dem ersten und dem dritten Jahr in der Ausbildung.
In den Kursen hergestellte Nahrungsmittel und Produkte werden gewinnbringend verkauft und bilden so eine kleine Einnahmequelle des Zentrums.

beninlehrerinDie Ergebnisse der Mädchen aus einem ersten Kurs zeigen die Notwendigkeit der Fortführung und Erweiterung der ganzen Einrichtung. Von den 30 ausgebildeten Mädchen haben sechs ein eigenes handwerkliches Atelier aufbauen können, andere haben sich im Gast-stättengewerbe und im Kleingewerbe eingerichtet. Keine der vom Zentrum entlassenen Mädchen ist arbeitslos.

beninkinderUm die Kurse für die Mädchen auch qualitativ zu verbessern, sollten Materialien und Ausstattungen für einen im Jahre 2001 neu entstandenen Konferenzsaal beschafft werden. Die Verbesserung der technischen Aus-stattung des Zentrums dient zudem der Erweiterung des Ausbildungsangebotes auch für Erwachsene, da es an solchen Institutionen in Benin mangelt und da durch die Erweiterung seiner Einnahme-quellen die Existenz des Ausbildungs-zentrums besser abgesichert werden kann.

Genau hier leistete publicata e.V. einen eigenen Unterstützungsbeitrag für das Zentrum und finanzierte und organisierte die Beschaffung folgender Ausrüstungsgegenstände: 20 Schulbänke und –tische, drei Konferenz-Tafeln, zwei größere Versammlungs-Tische mit jeweils acht Stühlen, ein TV-Gerät, ein Videorecorder zur Vorführung von Lehrfilmen und ein Overhead-Projektor. Unsere Mitarbeiterin befand sich von Ende Dezember 2001 bis Ende Januar 2002 im Land und konnte den ordnungsgemäßen Ablauf der ganzen Maßnahme während dieser Zeit gewährleisten.